Operation des Grauen Star

Hauptsymptom des Grauen Stars ist ein langsamer, schmerzloser Sehverlust. Es kommt zu einer als „Verschwommensehen“ beschriebenen Abnahme der Sehschärfe und zunehmender Blendempfindlichkeit, da durch die Linsentrübung eine diffuse Brechung auftritt. Ebenfalls reduziert sich das Sehvermögen bei geringem Kontrast, sodass die Patienten die Welt „wie durch einen Nebel“ oder durch eine stark verschmutzte, leicht bräunlich getönte Sonnenbrille sehen.

Die Operation des Grauen Stars gilt als der häufigste chirurgische Eingriff in Deutschland. Dabei wird die getrübte Linse des Auges durch eine künstliche Intraokularlinse (IOL) ersetzt. Zunächst wird die natürliche Linse per Ultraschall im Auge zertrümmert und abgesaugt.

Anschließend wird die zusammengerollte Kunstlinse in das Auge eingeführt, wo sie sich entfaltet und fixiert wird. Der Schnitt muss nicht genäht werden und heilt innerhalb kurzer Zeit ab. Die Patienten können nach dem Eingriff sofort wieder nach Hause gehen.

Nachstar
Als Folge einer Kataraktoperation kann es zur Ausbildung einer Trübung der hinteren Linsenkapsel mit entsprechender Sehverschlechterung kommen. Dieser so genannte Nachstar (Cataracta secundaria) entwickelte sich früher in bis zu 50 % der operierten Augen. Moderne Linsendesigns und Operationsverfahren haben die Nachstarrate jedoch im Durchschnitt auf weniger als 4 % gesenkt. Es handelt sich dabei um eine Trübung der hinteren Linsenkapsel entweder infolge einer bindegewebigen Umwandlung der Kapsel (fibrotische Form) oder durch Vermehrung und Ausbreiten von bei der OP verbliebenen Linsenzellen auf der Kapsel (regeneratorische Form).

Die Trübung kann durch eine Nd:YAG-Laser-Kapsulotomie ambulant und schmerzfrei beseitigt werden: Nach medikamentöser Weitung der Pupille (Augentropfen) wird die hintere Linsenkapsel mit mehreren Impulsen eines Nd:YAG-Lasers eröffnet und dadurch die optische Achse des Auges wieder freigegeben (Photodisruption). Risiken und Komplikationen bei dieser Behandlung sind relativ gering.